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Pädagogen entdeckten, dass ich erzieherisch wäre. Und wir müssen
heute auf vielen Lehrgängen selbst Lehrer spielen. Bedenkt: Holzköpfe als
Lehrer! Und Lehrer als Schüler! Und Jugendleiter, Kindergärtnerinnen, Mütter,
Väter, also viele Erzieher und noch mehr Jugend. Aber einen kleinen Schreck
bekomme ich immer noch, wenn ein Mensch uns ganz und gar zu Erziehern stempeln
will. Es sei denn, dass er uns jene erzieherische Wirkung zubilligt, die von
guten Narren ausgeht. Das lasse ich mir gefallen, denn ein Narr bin ich mit
meiner ganzen hölzernen Seele. Die Lehrgänge machen natürlich Spaß. Sowohl
wie man mit uns Puppen umgehen muss, als auch was man mit uns aufstellen kann,
verraten wir, denn wir haben keine Geheimnisse.
Deshalb darf auch jeder einen
Blick hinter die Kulissen tun. Da liegen wir Puppen auf dem Spieltisch und dem
Rundhorizont. Die kleineren Spieler ziehen sie Spielschuhe mit den dicken
Korksohlen an. Die Glocke läutet, der Vorhang tanzt. Dann fahren die Hände der
Spieler in uns hinein und auf einmal haben wir Puppen Leben, können uns
bewegen, sprechen, singen, hassen und lieben, wie Ihr Menschen, die Ihr vor der
Bühne sitzt und wie die Spieler, die ja auch nur Menschen sind. - Und dann
passiert etwas Seltsames: Der da unten mich auf der Hand hat, bekommt
Kasperzüge, leicht und sprudelnd werden seine Einfälle; die der Prinzessin
Leben gibt - ist sie nicht selbst die Prinzessin? Oder sind wir nur Masken, die
sich die Menschen aufgesetzt haben, um ihren Mitmenschen vom eigenen und
allgemeinen Glück und Leid zu künden? - Puppe, Maske, Mensch - wir sind auf
einmal eins. Und ich glaube, dass Ihr in uns Puppen die Menschen liebt, denn wir
mühen uns um nichts anderes als Mensch, nur Mensch zu sein. Das ist schön und
schwer für Holzköpfe. Vielleicht auch für Euch, liebe Menschen.
Nachfolgend
erfahrt Ihr einiges über die Bühnenleiter und Spieler der Hohnsteiner Bühnen Max
Jacob, Friedrich Arndt, Harald Schwarz und Erich Kürschner.